
Was kostet eine PV-Statik?
Der Stundenlohn eines Bauingenieurs mit Statik Know-How kostet im Bundesdurchschnitt zwischen 120–180 € pro Stunde. Wie lange benötigt ein Statiker, um ein Gebäude statisch zu prüfen und eine PV-Installation freizugeben? Mit der Antwort auf die Frage hängt zusammen, was ein Statiker kostet. Anschließend sollten Eigentümer hinterfragen, wer das Aufwandsrisiko trägt. Sprich: Werden Stundenlohnarbeiten oder ein Pauschalpreise vereinbart? Eine Übersicht an Kalkulationsmodelle soll Eigentümern helfen, Verhandlungen führen und den Argumenten des Statikers begegnen zu können. Weiterhin wird geschaut, wie die HOAI dieses Spezialthema regelt.
Statik-Berechnungen für PV-Anlagen.Kostenlose Ersteinschätzung.
1. Wie lange braucht ein Statiker für eine Dachprüfung?
Die Kosten einer PV-Statik hängen vor allem mit Personalkosten und dem notwendigen Zeitaufwand der Fachexperten zusammen. Die Personalkosten können vereinfacht mit 120 bis 180 € pro Stunde für einen Tragwerksplaner (Senior) veranschlagt werden (je nach Region unterschiedlich). Die Frage nach dem Zeitaufwand lässt sich nicht pauschal beantworten, weil Gebäude und statische Systeme unterschiedlich komplex sind. In der Praxis reicht die Bandbreite von einer kurzen Plausibilitätsprüfung (Lastenvergleich) bis zu einer vertieften Bestandsprüfung mit Vor-Ort-Aufmaß, Unterlagensichtung und Neuberechnung der Statik.
Im besten Fall handelt es sich um drei bis vier Arbeitsstunden Aufwand. Im schlechtesten Fall handelt es sich um eine alte Halle, ohne Pläne und Statik, örtlich abgelegen und statisch bedenklicher Konstruktion. Hier können ein, bis zwei Wochen Arbeit für einen Tragwerksplaner anfallen.
2. Kostenberechnungen für PV-Machbarkeitsanalysen
Vorab: Die HOAI findet bei der Fragestellung in der Praxis daher kaum Anwendung. Sie kennt keine fest definierten Leistungen für eine “PV-Statik”. Grundlage für diese Einschätzung sind die Inhalte des Leistungsbildes Tragwerksplanung nach § 51, § 52 HOAI i. V. m. Anlage 14. Die HOAI zielt auf die Planung von Neubauten bzw. genehmigungspflichtigen Bauvorhaben und weniger auf gutachterliche Stellungnahmen ab. Auch in den besonderen Leistungen ist der Umfang einer PV Statik nicht eindeutig einzuordnen.
Näherungsweise wäre eine Bestimmung des Prüfhonorars auf Basis der Sachverständigenverordnung von Prüfstatikern möglich. Die Tätigkeit bei der Überprüfung der Gebäudestatik im Zuge einer PV-Installation ist (vereinfacht gesagt) inhaltlich vergleichbar mit der Tätigkeit eines Prüfsachverständigen bei rechnerischen Nachweisen.
Beispiel: Bei einem Hallengebäude (Einordnung in Honorarzone 3) und anrechenbaren Kosten von 500.000 € (Beispiel für eine PV-Großflächenanlage) würde bei einem Prüfstatiker – je nach Bundesland – ein Honorar von etwa 3.000 bis 5.000 € netto anfallen. Die Honorarkostenberechnung auf Basis der SV-VO (Sachverständigenverordnung, siehe Beispiel oben) kann mit Hilfe einer Aufwandsschätzung und Stundenlohnkosten von 150 €/Std. plausibilisiert werden. Ein Nettohonorar von 3.000 bis 5.000 € entsprechen bei einem Stundensatz von 150 €/Std. etwa 20–35 Stunden Zeitaufwand für den Tragwerksplaner. Die Honorarhöhe erscheint im Durchschnittsfall realistisch. Sie wird im Einzelfall nach oben und unten abweichen (Annahme: normalverteilt von 1.000 € bis 10.000 € netto).
Die wichtigste Leistung ist die Identifizierung notwendiger Berechnungsgrößen in Bestandsunterlagen und Vor-Ort. Sie können den Aufwand bei der späteren rechnerischen Überprüfung stark senken.
3. Hinweise bei Beauftragung in Stundenlohnarbeit
Stundenlohnarbeiten sind aus Auftraggebersicht unvorteilhaft, weil das Risiko eines hohem Prüfaufwandes zu 100 % vom Auftraggeber übernommen wird. Der Stundensatz des Tragwerksplaners bei Stundenlohnarbeiten ist nicht immer der entscheidende Faktor. Sie müssen dem Tragwerksplaner vertrauen, die effizienteste Methodik zu wählen, mit der die statische Unbedenklichkeit bescheinigt werden kann.
Beispiel: Ein Angebot mit 130 €/Std. kann am Ende teurer sein als ein Angebot mit 170 €/Std., wenn der zweite Statiker den Fall schneller, durch beispielsweise findige Argumentation und Erläuterung bearbeitet. Alternativ kann der teurere Tragwerksplaner auch vorteilhaft sein, weil dieser es mit modernen Methoden schafft, größere Dachflächen rechnerisch als unbedenklich zu erklären.
Zudem gibt es Arbeiten, die gegebenenfalls auch in Eigenleistung günstiger erbracht werden können. Bedingt zählt dazu beispielsweise das Einholen von Bauakten aus dem Bauarchiv. Doch Vorsicht: Sollte beim Bauaktenarchiv nur eine Akteneinsicht möglich sein (kein digitaler Druck der gesamten Akte), stehen Laien vor einem großen Dokumentenberg. Sie wissen im Zweifel nicht, welche Unterlagen der Tragwerksplaner im Detail benötigt.
4. Wer trägt das Aufwandsrisiko? Die Verhandlung beginnt.
Wer trägt das Risiko, wenn der Aufwand höher wird als zunächst gedacht? Beim Stundenhonorar trägt das Risiko der Auftraggeber. Wird mehr Aufwand nötig, steigen die Kosten mit. Beim Pauschalpreis trägt das Risiko der Statiker. Deshalb kalkulieren viele Büros nur dann pauschal, wenn die Aufgabenstellung klar beschrieben und der Umfang einschätzbar ist. Ist der Bestand unklar, enthält der Pauschalpreis oft einen Sicherheitszuschlag.
Ein Stufenmodell ist eine Art Zwischenlösung: Erst erfolgt eine pauschal bezahlte Vorprüfung (z. B. Unterlagencheck und Ortstermin), danach ein zweites Angebot für den rechnerischen Nachweis. So wird erst mit einheitlichen Methoden Klarheit geschaffen und danach sauber bepreist.
Fazit: Stundensatz, Aufwand, Lieferzeit, Methodik und Risikoübernahme ganzheitlich bewerten
Wesentlicher Bestandteil dieses Artikels ist die Frage, was eine Statik kostet. Die Aufarbeitung der Thematik zeigt, dass die Kosten nicht nur am Stundensatz und Aufwand, sondern auch an der Risikobereitschaft und dem Vertragsmodell des Anbieters abhängen. Die HOAI als zentrale Methodik für Honorarvereinbarungen ist bei einer PV Statik nicht geeignet. Vielmehr kann vereinfacht mit den Honorartabellen der Prüfstatiker (Sachverständigenverordnungen) argumentiert werden. Darüber hinaus sind Kalkulationen mittels individueller Aufwandsschätzung und Erfahrungswerten möglich. Die Einschätzung wiederum hängt von der Datenqualität zum Gebäudebestand und dem Know-How des Tragwerkplaners ab. Tragwerksplaner mit viel Berufserfahrung im Bereich PV-Statik sind hier klar im Vorteil. Sie können attraktive Pauschalpreisangebote erstellen, da sie Aufwandsrisiken gut einschätzen können. Eigentümer sollten deshalb nicht nur nach dem Preis fragen, sondern nach dem Kalkulationsmodell: Stundenhonorar, Pauschalpreis oder Stufenmodell. Erst wenn klar ist, wer das Aufwandsrisiko trägt und wie die Statik geprüft werden soll, lässt sich ein Angebot wirklich bewerten.
Zusammenfassung
Wie lange braucht ein Statiker, um ein Gebäude für eine PV-Installation statisch zu prüfen?
Der Zeitaufwand hängt stark von der Komplexität des Gebäudes und der Qualität der Unterlagen ab. Im einfachen Fall kann eine Plausibilitätsprüfung bereits in drei bis vier Stunden erfolgen. Bei alten Bestandsgebäuden ohne vollständige Pläne, mit Vor-Ort-Termin und Neuberechnung, kann der Aufwand auch ein bis zwei Wochen betragen.
Was kostet eine statische Machbarkeitsanalyse für eine PV-Anlage?
Die Kosten ergeben sich im Wesentlichen aus Stundensatz und Zeitaufwand. Bei Senior-Tragwerksplanern werden häufig 120 bis 180 Euro pro Stunde angesetzt. Im Durchschnittsfall sind Honorare von etwa 1.000 bis 10.000 Euro netto denkbar, wobei ein typischer Bereich für eine PV-Machbarkeitsanalyse häufig bei rund 3.000 bis 5.000 Euro netto liegt.
Welche Rolle spielt die HOAI bei einer PV-Statik?
Die HOAI ist für eine PV-Statik in der Praxis meist nur eingeschränkt geeignet, weil sie keine klar definierte Leistung für dieses Spezialthema vorsieht. Die Leistung ähnelt eher einer gutachterlichen oder prüfenden Tätigkeit als einer klassischen Tragwerksplanung im Neubau. Deshalb wird in der Praxis oft mit Erfahrungswerten, Stundenaufwand oder orientierend mit Prüfhonoraren vergleichbarer Prüfleistungen gearbeitet.
Wer trägt das Aufwandsrisiko bei der Beauftragung eines Statikers?
Beim Stundenhonorar trägt der Auftraggeber das Risiko steigender Kosten, wenn der Prüfaufwand höher ausfällt als erwartet. Beim Pauschalpreis liegt das Aufwandsrisiko dagegen beim Statiker, weshalb viele Büros nur bei klar definierter Aufgabenstellung pauschal anbieten. Ein Stufenmodell mit pauschaler Vorprüfung und anschließendem Folgeangebot kann hier ein sinnvoller Mittelweg sein.
Worauf sollten Eigentümer bei Angeboten für eine PV-Statik besonders achten?
Eigentümer sollten nicht nur den Stundensatz oder Endpreis vergleichen, sondern das gesamte Kalkulationsmodell bewerten. Entscheidend sind Aufwand, Methodik, Lieferzeit, Erfahrung des Tragwerksplaners und die Frage, wer das Aufwandsrisiko übernimmt. Erst wenn klar ist, wie die Statik geprüft wird und nach welchem Vertragsmodell abgerechnet wird, lässt sich ein Angebot sinnvoll einordnen.
Ratgeberartikel ersetzen keine fachliche Beratung!
Ansprechpartner

Dr.-Ing.
Christoph Ebbing
Geschäftsführer

Dipl.-Ing. (FH)
R. Sithamparanathan
Leiter Tragwerksplanung
Über uns
Tragwerksplanung für Ihre PV-Anlage – Ingenieure mit bundesweiter Zulassung und Kammereintragung:




Ein gestandenes Unternehmen seit 6+ Jahren:
- Gründungsjahr
- 2019
- Berufsjahre
- 20+
- erfolgreiche Projekte
- 2.250+
Kundenmeinungen
4,80 von 5 Sternen auf SHOPVOTE und Google aus 66 Bewertungen (167 insgesamt). Hier eine kleine Auswahl von Kundenmeinungen:
Tatjana Fedorenko
5.00 von 5 Sternen
J.W.Dunekamp MRICS
ShopVote
5.00 von 5 Sternen






