
Maximales Gewicht einer PV-Anlage auf Hallendach
Teilweise liegen statische Berechnungen von alten Hallengebäuden vor. Im Vorfeld einer PV-Installation ist die Statik zu sichten und die Lastreserven zu bewerten. Dann stellt sich die Frage, ob ausreichend Lastreserven für das Gewicht einer PV-Anlage vorhanden sind.
Was wiegt eine PV-Anlage?
Um die Frage zu beantworten gilt es zunächst zu hinterfragen, welche Bauteile einer PV-Anlage gemeint sind. Üblicherweise umfasst der Begriff PV-Anlage das Solarmodul inklusive Verkabelung, die Unterkonstruktion samt Befestigungsmittel sowieso Lastplatten als Schutz gegen Abheben. Die Lastplatten werden nur in besonderen Fällen verwendet. Die Unterkonstruktion wiegt unterschiedlich viel, je nachdem ob die Anlage aufgeständert, angehangen oder ohne Unterkonstruktion befestigt wird. Bei den Solarmodulen ist zwischen flexiblen Solarpaneelen, sogenannten Dünnschichtmodule und den Standard-Dickschichtmodulen mit Aluminium-Rahmen, Glas und Kunststoffolienbeschichtung zu unterscheiden. Für den Steildachbereich gibt es noch Solarziegel, die eine besondere Kombination aus PV-Modul und Dachziegel (Witterungsschutz) darstellen. Hier ist eine Gewichtsübersicht der einzelnen Bauteile:
| Modultyp | Gewicht (Beispiele) |
| Flexibles Solarmodul (Dünnschichtmodul) | 4,6 kg pro Modul (1159 × 1009 × 3 mm) –> entspricht rd. 4 kg/m² (0,04 kN/m²) |
| Standard Solardmodul (Dickschichtmodul) | 23,7 kg pro Modul (1762 × 1134 × 30 mm) –> entspricht rd. 11,9 kg/m² (0,12 kN/m²) |
| PV-Ziegel | 8 kg, 0,353x1,500 m –> entspricht rd. 15 kg/m² (0,15 kN/m²) |
Das Gewicht der Unterkonstruktion ist unterschiedlich und liegt bei etwa 2–5 kg/m² (entspricht 0,02–0,05 kN/m²). Lastplatten werden in Abhängigkeit der Windlast bemessen. Sie wiegen je nach Region 10–100 kg/m² (entspricht 0,10–1,00 kN/m²).
Das Gesamtgewicht rangiert somit zwischen 0,04 kN/m² (best-case) bis 1,20 kN/m² (worst case).
Was wiegt eine PV-Anlage auf dem Steildach?
Auf einem Steildach sind keine Lastplatten erforderlich. Die Solarmodule werden mit Befestigungsklammern am Dachsparren befestigt. Auf den Klammern werden Aluminiumschienen befestigt. Auf den Schienen wiederum sind Befestigungshalter für die Solarmodule, die dort verschraubt werden.
Mit einem kalkulatorischen Gewicht von etwa 15 kg/m² (entspricht 0,15 kN/m²) kann für eine klassische PV-Anlage gerechnet werden.
Was wiegt eine PV-Anlage auf einem Flachdach?
Auf einem Flachdach werden Solarmodule mit Unterkonstruktion und Lastplatten im Regelfall erforderlich. Wenn das Gewicht so hoch ist, dass die statische Unbedenklichkeit nicht bescheinigt werden kann, können auch Dünnschichtmodule aufgeklebt werden. Spezialisierte Hersteller von Dünnschichtmodulen auf Kunststoff-Abdichtungsbahnen verkleben die Module direkt auf der Abdichtungsbahn. Die Herausforderung: Der Kleber wird auf Windsog beansprucht und muss eine ausreichende Zugfestigkeit aufweisen. Im Regelfall werden Probeklebungen vorgenommen, da die chemische Reaktion je nach Standort und Hersteller unterschiedlich gut funktioniert. Die Leistung der Dünnschichtmodule ist gegenüber den klassischen Dickschichtmodulen deutlich geringer. Das Gewicht bei direkter Verklebung auf der Kunststofffolie liegt dafür bei rund 0,05 kN/m².
Im klassischen Fall werden Dickschichtmodule mit Unterkonstruktion und Lastplatte montiert. Einzelne Hersteller und Monteure bieten auch Verschraubungen im Trapezblech an. Die Schrauben haben spezielle Dichtköpfe. Hier ist jedoch sehr auf eine fachgerechte Montage zu achten. Im besten Fall kann dann mit einem kalkulatorischen Gewicht von etwa 15 kg/m² (entspricht 0,15 kN/m²) für eine klassische PV-Anlage ohne Lastplatten gerechnet werden. Kommen noch Lastplatten hinzu, erhöht sich das Gewicht im Regelfall auf 25 kg/m² (entspricht 0,25 kN/m²).
Weiteres Gewicht auf Hallendächern
Neben der PV-Anlage zwecks Stromerzeugung sind weitere Bauteile bei der PV-Installation gewichtstechnisch zu berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise Wechselrichter. Sie wandeln den Gleichstrom in Wechselstrom um. Die Größe einer sogenannten Wechselrichterbank ist abhängig von der Größe der PV-Anlage. Sie werden im Regelfall dort montiert, wo ausreichend Lastreserven vorhanden sind (bspw. im direkten Lasteinzugsgebiet eines tragenden Dachbinders). Je nach Größe beträgt das Gewicht rund 700 kg (entspricht einer Einzellast von 7 kN).
Fazit: Das Gewicht einer PV-Anlage ist mitentscheidend für die Dachstatik
Es gibt gute Gründe, warum Hersteller ihre Montagesysteme, Solarmodule und Befestigungsmittel immer weiter optimieren. Insbesondere Hallendächer sind statisch sehr wirtschaftlich dimensioniert worden, sodass mit wenig Lastreserven zu rechnen ist. Jeder Kilogramm ist relevant. Desto genauere Kenntnisse über das PV-Anlagengewicht vorliegen, desto eher kann die statische Unbedenklichkeit rechnerisch nachgewiesen werden.
Was wiegt eine PV-Anlage grundsätzlich?
Das Gewicht einer PV-Anlage hängt davon ab, welche Bauteile berücksichtigt werden. Üblicherweise zählen dazu Solarmodule, Verkabelung, Unterkonstruktion, Befestigungsmittel und bei ballastierten Systemen auch Lastplatten. Je nach System kann das Gesamtgewicht sehr unterschiedlich ausfallen und ist daher für die statische Bewertung des Daches genau zu prüfen.
Wie schwer sind Solarmodule und Unterkonstruktionen pro Quadratmeter?
Flexible Dünnschichtmodule liegen beispielhaft bei rund 4 kg/m², klassische Standardmodule bei etwa 11,9 kg/m² und PV-Ziegel bei ungefähr 15 kg/m². Die Unterkonstruktion wiegt je nach Bauweise zusätzlich etwa 2 bis 5 kg/m². Daraus ergibt sich bereits ohne Ballastierung eine relevante Zusatzlast für das Dachtragwerk.
Was wiegt eine PV-Anlage auf einem Steildach?
Auf Steildächern werden PV-Anlagen in der Regel mechanisch am Tragwerk befestigt, sodass keine Lastplatten erforderlich sind. Für eine klassische Anlage mit Modulen, Schienen und Befestigungsmitteln kann überschlägig mit rund 15 kg/m² beziehungsweise 0,15 kN/m² gerechnet werden. Dieses Gewicht ist bei der Lastüberprüfung des Daches anzusetzen.
Was wiegt eine PV-Anlage auf einem Flachdach?
Auf Flachdächern werden PV-Anlagen häufig mit Unterkonstruktion und Ballastierung ausgeführt. Ohne Lastplatten kann eine klassische Anlage überschlägig bei etwa 15 kg/m² liegen, mit Lastplatten steigt das Gewicht im Regelfall auf etwa 25 kg/m² beziehungsweise 0,25 kN/m². Bei leichten Dünnschichtsystemen mit direkter Verklebung sind in Einzelfällen auch deutlich geringere Zusatzlasten möglich.
Warum ist das genaue Gewicht der PV-Anlage für Hallendächer so wichtig?
Hallendächer sind häufig sehr wirtschaftlich dimensioniert und verfügen oft nur über geringe Lastreserven. Deshalb kann bereits jedes zusätzliche Kilogramm für den statischen Nachweis entscheidend sein. Neben den Modulen selbst sind auch weitere Einzellasten wie Wechselrichter zu berücksichtigen, sodass eine genaue Lastannahme die Grundlage für eine belastbare statische Unbedenklichkeit bildet.
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