
PV-Freiflächenanlagen aus Sicht der Projektentwicklung
PV-Freiflächenanlagen aus Sicht der Projektentwicklung; Wettbewerbsvorteile durch Gewichtsoptimierung
In der Zeit als Immobilienkreditzinsen stiegen, wechselten viele angestellte Projektentwickler in die PV-Branche, um zumeist Grün- oder Agrarflächen zu einem wahren Stromgenerator weiterzuentwickeln. Nun wartet ein weiterer Nachfrage-Boom durch steigende Gas- und Ölpreise und der Angst vor zu großer Abhängigkeit. Der Wettbewerb um die besten PV-Flächen steigt − wenngleich mit einigen Wellen − stetig. Unter den Projektierern und PV-Unternehmen hatten diejenigen einen Wettbewerbsvorteil, die eine Freiflächenanlage gewichtstechnisch optimieren konnten, ohne bauliche Risiken eingehen zu müssen. In diesem Artikel schauen wir uns näher an, mit welchen Methoden Freiflächenanlagen baukostenoptimiert werden können.
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Baukostenoptimierung bei PV-Freiflächenanlagen − Übersicht
Baukostenoptimierung bei PV-Freiflächenanlagen heißt: Kosten pro kWp senken. Dazu zählen Material- und Personalkosten. Bei der Materialkostenoptimierung können grundsätzlich zwei Wege separat und kombiniert gegangen werden. Einerseits kann der Materialeinkauf optimiert werden. Das heißt: Material wird aus Ländern und von Unternehmen bezogen, die wiederum günstiger einkaufen und produzieren können. Der andere Pfad ist die Optimierung der Gesamtbaukonstruktion. Bei Solarmodulen wäre eine Optimierung eine Effizienzsteigerung, sprich: Mehr Leistung pro Quadratmeter Solarmodulfläche. Der andere Baustein ist die Optimierung der Unterkonstruktion, vorrangig erzielbar durch statische Berechnungen und Simulationen.
Ein weiterer Baustein sind die Personalkosten. Hier ist ein Einkauf günstigerer Monteure, Projektleiter und sonstigen Dienstleistern (Gutachter, Statiker) denkbar. Andererseits kann durch Weiterbildung die Qualität und somit die Produktivität pro gezahlter Lohnstunde gesteigert werden. In der Realität handelt es sich häufig um eine Mischkalkulation, wenn Baukostenoptimierungen durchgeführt werden. Das Kosten-Nutzenverhältnis kann für jeden Fall einzeln identifiziert, analysiert und bewertet werden.
Gewichtsoptimierungen durch statische Berechnungen
Da es sich bei der Unterkonstruktion einer PV-Anlage um eine sich wiederholende, leicht skalierbare Baukonstruktion mit vergleichsweise großer Fläche pro Projekt handelt, haben kleinere Verbesserungen am Tragwerk einen großen Effekt. Anders als im klassischen Hochbau zählen bei der Konstruktion keine Wärme‑, Brand‑, oder Schallschutzanforderungen. Die Standsicherheit ist das maßgebende Kriterium, ob es sích um eine marktfähige oder nicht marktfähige Lösung handelt.
Unterkonstruktionen können für den schlechtesten Lastfall bemessen werden (sehr schlechte Bodenbedingungen, viel Wind und Schnee, Erdbebenzone). Sie können aber auch projektspezifisch optimiert werden:
Angenommen eine PV-Freiflächenanlage soll zukünftig bei Projekten mit insgesamt 100.000 m² verwendet werden und das notwendige Material für die Unterkonstruktion kostet 15 €/m². Dann würden Gesamtkosten von 1.500.000 € entstehen. Schafft es ein Bauingenieur, die Konstruktion so zu optimieren, dass nur noch 14 €/m² für die Unterkonstruktion erforderlich sind, würde es sich um eine Einsparung im Wert von 100.000 € handeln. Die Ingenieurskosten von beispielhaft 10.000 € wären mit etwa 10 % verschwindend gering.
Wie kann eine PV-Freiflächenanlage statisch optimiert werden?
Grundsätzlich sind verschiedene Ansätze denkbar:
- Einführung von Produktreihen mit strengeren Randbedingungen (z. B. nur bis Schneelastzone 2 einsetzbar)
- Projektspezifische Anpassungen durch individuelle Standortbedingungen (vor allem Windlasten)
- Verwendung mehrerer Produktreihen pro Projekt (beispielsweise Au´ßen- und Innenzonen in Abhängigkeit der Windlast und Topografie)
- Verwendung moderner Simulationsverfahren (FEM-Methoden)
- Verwendung individueller Kantteile, Profile (Entwicklung eigener Profile, berechenbar durch eigene FEM-Simulationsverfahren)
- Verwendung alternativer Materialien (z. B. in Abhängigkeit der relativen Materialpreisentwicklung; verstärkt Alu oder Stahl)
Die Liste ist lang, die Methoden vielflältig und individuell. Erfahrungsgemäß verwenden unterschiedliche Hersteller und PV-Unternehmen diverse Strategien, um wettbewerbsfähig zu sein. Im Regelfall handelt es sich um eine Kombination aus mehreren Bestrebungen.
Welche Optimierungen sind kosteneffizient sinnvoll umsetzbar?
Die Frage muss jedes PV-Unternehmen selbst beantworten. Sie ist auch davon abhängig, welche Kompetenzen und herstellungsspezifischen Möglichkeiten die Zulieferer und Partner mitbringen. Beispielsweise macht ein Materialwechsel von Stahl- und zu Aluprofilen keinen Sinn, wenn Zulieferer nicht in der Lage sind, Aluminiumprofile zu liefern. Aufwändige, statisch konstruktive Optimierungen an einem System, welches für den Massenmarkt ausgelegt ist, nur für ein spezielles Projekt durchzuführen erscheint auch wenig sinnvoll.
Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, ein System zu führen und an diesem System, projektspezifische Optimierungen vorzunehmen. Sprich: Gezielt Windsimulationen durchzuführen und mehrere Zonen (meist zwei: Randzone, Innenzone) für die Unterkonstruktion zu definieren. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal erreichen PV-Unternehmen, wenn eigens entwickelte Kantteile eingesetzt werden, die gewichtstechnische Vorteile bringen bei gleichzeitig identischen Materialeigenschaften. Je nach Stückzahl kann es sich lohnen, die entsprechenden Bauteile individuell fertigen zu lassen.
Fazit: Gewichtsoptimierungen als Wettbewerbsvorteil
PV-Freiflächenanlagen sind ein attraktives Investment, gerade in Zeiten steigender Kosten fossiler Energien. Gleichzeitig herrscht ein reger Wettbewerb beim Bieten um die besten Grundstücke. Ausgehend von einer identischen Zielrendite haben die Wettbewerber einen Vorteil, welche kostengünstig und sicher eine PV-Freiflächenanlage errichten können. Ein Hebel ist die Optimierung der PV-Unterkonstruktion und deren Standsicherheit. Da es sich bei PV-Freiflächenanlagen um genehmigungspflichtige Bauvorhaben handelt, muss ohnehin ein Nachweisberechtigter für Standsicherheit die Anlage statisch nachrechnen und freigeben. Es wäre nur schlau, denjenigen auch direkt ein materialoptimiertes System berechnen zu lassen.
Zusammenfassung
Was bedeutet Baukostenoptimierung bei PV-Freiflächenanlagen?
Baukostenoptimierung heißt: Kosten pro kWp senken. Hebel sind Material- und Personalkosten. Material kann über Einkauf und effizientere Konstruktion optimiert werden, Personal über bessere Prozesse, Qualifikation oder passende Dienstleister. In der Praxis ist es meist eine Mischkalkulation.
Warum lohnt sich Gewichtsoptimierung der Unterkonstruktion besonders?
Freiflächenanlagen sind skalierbar: Kleine Einsparungen pro m² wirken stark. Beispiel: 100.000 m², Unterkonstruktion 15 €/m². Eine Reduktion auf 14 €/m² spart 100.000 €. Ingenieurskosten von beispielsweise 10.000 € sind dagegen klein.
Welche statischen Methoden helfen bei der Optimierung?
Typische Ansätze sind Produktreihen mit klaren Randbedingungen, projektspezifische Wind-/Schneelast-Anpassungen, Zonenmodelle (Rand/Innen), FEM-Simulationen, eigene Kantteile/Profilentwicklungen und Materialwahl (z. B. Stahl vs. Alu). Oft wirkt eine Kombination mehrerer Maßnahmen am besten.
Welche Optimierung ist meist am kosteneffizientesten umsetzbar?
Oft sinnvoll: ein Standardsystem behalten und projektspezifisch optimieren, z. B. Windsimulation und zwei Zonen (Rand/Innen). Ein echtes Alleinstellungsmerkmal entsteht durch eigene Kantteile/Profilesysteme mit Gewichtsvorteil. Das lohnt sich vor allem bei hohen Stückzahlen und stabilen Lieferketten.
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