
PV-Anlagen − Wer prüft, ob das Dach einstürzen kann?
Bauingenieur, Statiker, Tragwerksplaner, Architekt, Fachingenieur, Bauphysiker, Dachdecker, Zimmerer, Energieberater, Energieingenieur, Umweltingenieur … viele Fachexperten kommen für unterschiedliche Fragestellungen in Frage. Teilweise handelt es sich um Umgangssprache, Fachsprache, teilweise entstehen neue Bezeichnungen für Studiengänge und Abschlüsse. Eine Frage bleibt: Wer prüft, ob ein Dach bei Installation einer PV-Anlage auch weiterhin standsicher ist?
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Was macht ein Bauingenieur?
Der Titel Ingenieur ist ein in Deutschland geschützter akademischer Titel. Ingenieure, die sich auf den Bereich Baukonstruktion, Bautechnik in ihrem Studium konzentriert haben, dürfen sich bei erfolgreichen Abschluss Bauingenieur nennen. Das Studium Bauingenieurwesen ist vielseitig. Es sind unterschiedliche Vertiefungen möglich. Von Wasserbau, über Verkehrswesen/Infrastruktur, Tiefbau, Hochbau und Spezialisierungen wie Baubetrieb und konstruktivem Ingenieurwesen sind verschiedene Fachrichtungen innerhalb des Studiums möglich. Auch wenn die technische Mechanik (Grundlage jeder statischen Berechnung) zum Grundlagenwissen im Studium Bauingenieurwesen darstellt, können in der Praxis nicht alle Bauingenieure die Standsicherheit eines Daches prüfen. Im Umkehrschluss hat aber nahezu jeder Tragwerksplaner zuvor Bauingenieurwesen studiert (Ausnahmen möglich).
Unterschied Statiker zu Tragwerksplaner?
Kurz gefasst gibt es in der Praxis keinen wirklichen Unterschied. Der Begriff Statiker entstammt der Umgangssprache. Der genaue Ursprung ist nicht bekannt. Statik ist die Lehre des ruhenden Systems, in dem keine Bewegungen entstehen. Ein Statiker weist rechnerisch nach, ob ein Gebäude trotz äußerer Einwirkungen in sich ruht und damit standsicher und gebrauchstauglich ist. Der Begriff Tragwerksplaner ist ein Fachbegriff, abgeleitet vom Oberbegriff Tragwerksplanung, welcher auch in der Honorarordnung der Architekten und Ingenieure verwendet wird. Sowohl Tragwerksplaner als auch Statiker untersuchen Tragwerke hinsichtlich der Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit. In der Fachwelt wird die Tragwerksplanung als Fachbegriff bevorzugt verwendet, da auch dynamische Kräfte rechnerisch von Tragwerksplanern berücksichtigt werden (z. B. bei Brücken in Erdbebenzonen, oder Schwingungen).
Unterschied Architekt zu Tragwerksplaner?
Ein Architekt studiert im Regelfall Architektur und ist Ideengeber und oftmals hauptverantwortlicher Planer bei einem Bauprojekt. Architekten gelten als übergeordneter Objektplaner, wohingegen Tragwerksplaner sich nur mit einer Thematik (dem Tragwerk) beschäftigen. Weitere Fachplaner wären Elektroplaner, Heizungsplaner, Brandschutzplaner, Schallschutzplaner, Wärmeschutzplaner und viele mehr. Architekten bündeln die gesamten Fachplanungen in einer Gesamtplanung und übernehmen häufig die Gesamtkoordination. Zwar sind statische Berechnung Teil der Grundausbildung eines Architekten. Sie sind im Regelfall aber nicht nachweisberechtigt, um konstruktive Fragestellungen zur Standsicherheit eines Daches bei PV-Last zu beantworten.
Können Dachdecker ein Dach statisch prüfen?
Dachdecker sind Handwerker, die sich schwerpunktmä´ßig mit der Ausführung von Dach- und Wandabdichtungen, Entwässerungen und artverwandten Themen beschäftigen. Sachverständige des Dachdeckerhandwerks prüfen Dächer hinsichtlich technischer Beschädigungen und nicht fachgerechter Ausführung. Sie sind jedoch nicht ausreichend qualifiziert, um die Statik eines Daches rechnerisch zu prüfen. Auf Basis jahrelanger Erfahrung sind Dachdecker häufig jedoch in der Lage, potenzielle Gefahrenstellen zu erkennen. Wenn es um Statik und Tragwerke geht haben im Regelfall Zimmerer bzw. Zimmerermeister ein noch stärker ausgeprägtes Verständnis zum Kraftverlauf innerhalb einzelner Bauteile (insbesondere bei Holzbaukonstruktionen).
Dürfen Energieberater oder Umweltingenieure die Statik eines Gebäudes bei PV-Installation prüfen?
Kurz gesagt: Nein. Ausnahmen sind möglich, wenn zertifizierte Energieberater (z. B. Energieeffizienzexperten) ursprünglich das Bauingenieur-Studium abgeschlossen und parallel als Tragwerksplaner in der Ingenieurkammer gelistet sind (nachweisberechtigt im Sinne der Landesbauordnung). Energieberater beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit Themen des Wärmeschutzes und der Anlagentechnik (v. a. Heizungstechnik). Umweltingenieure beschäftigen sich mit vielfältigen, umweltspezifischen Themen. Dies reicht von stadtplanerischen Fachthemen (kommunale Wärmeplanung), bis hin zu gebäude- oder gar produktspezifischen Fachthemen (z. B. Lebenszyklusanalysen, Ökobilanzierungen). Bei PV-Projekten sind Umweltingenieure oft auch in der Elektroplanung und Projektleitung tätig. Sie prüfen selbst jedoch keine Statik von Dächern.
Fazit: Hält das Dach? Ja, sagt der Tragwerksplaner!
Durch die Vielzahl an Zertifikaten und möglichen Studienabschlüssen tauchen immer mehr Fachbegriffe in der Bau- und Immobilienwirtschaft auf. Die Fachfrage, ob ein Dach im Zuge einer PV-Installation noch tragfähig ist wird weiterhin nur von Tragwerksplanern, umgangssprachlich Statikern beantwortet. Echte Fachexperten finden Sie durch Einsicht in Eintragungen der Ingenieurkammerlisten. Nachweisberechtigte Tragwerksplaner sind dort öffentlich gelistet. Viele sind Freiberufler bzw. in einem unabhängigen Ingenieurbüro tätig und beantworten Fragen zum Standsicherheit eines Daches.
Zusammenfassung
Wer prüft, ob ein Dach mit PV-Anlage weiterhin hält?
Tragwerksplaner, umgangssprachlich auch Statiker genannt, können die Standsicherheit eines Daches prüfen. Ihre Eignung als Tragwerksplaner erkennen Laien daran, dass es sich um ein Ingenieurbüro für Tragwerksplanung handelt, oder die Person in einer Ingenieurkammer als nachweisberechtigter Tragwerksplaner eingetragen ist.
Sind alle Bauingenieure auch Tragwerksplaner bzw. Statiker?
Nein, das Bauingenieurwesen ist ein weitgefasstes, ingenieurwissenschaftliches Studium. Einige wenige, die besonders gern rechnen und sich gern mit Bauphysik und Mechanik beschäftigen, vertiefen den konstruktiven Ingenieurbau und werden später Tragwerksplaner.
Können Dachdecker, Energieberater oder Umweltingenieur auch die Dachstatik bei PV-Anlagen prüfen?
Die fachliche Qualifikation bei Dachdeckern, Energieberatern oder Umweltingenieuren liegt – auf Basis ihrer Ausbildung – im Regelfall nicht vor. Zum Teil haben sich einzelne Personen weitergebildet, beispielsweise durch ein Bauingenieurstudium und Vertiefung in die Tragwerksplanung, sodass sie parallel Dachdecker, bzw. Energieberater oder Umweltingenieur und zeitgleich Tragwerksplaner sind. Dann wären Sie theoretisch befähigt auch ein Dach statisch prüfen. Voraussetzung ist aber auch eine entsprechende Versicherung für Schadensfälle.
Ratgeberartikel ersetzen keine fachliche Beratung!
Ansprechpartner

Dr.-Ing.
Christoph Ebbing
Geschäftsführer

Dipl.-Ing. (FH)
R. Sithamparanathan
Leiter Tragwerksplanung
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